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Zur Geschichte der Furtwanger Fastnacht
Ende Januar 1926 wollten die Furtwanger Vereine - sie hatten die traditionsreiche bäuerliche Fastnacht bislang organisiert - wegen der schwierigen Wirtschaftslage "von jeder Fastnachtsveranstaltung Abstand nehmen". Doch die Freunde der Furtwanger Fastnacht konnten sich damit nicht abfinden: Sie gründeten die Narrenzunft Spättlebuebe. Über 800 Bürger hatten sich dazu in der Festhalle versammelt.Der älteste Furtwanger Fastnachtsbeleg geht ins frühe 18. Jahrhundert zurück, er bezeugt den "Hirschmendig", gefeiert an der alten Fastnacht. Weitere Belege dokumentieren auch für das 19. Jahrhundert eine an Einzelfiguren reiche Fastnacht, darunter wohl auch ein Strohbär, so jüngste Erkenntnisse.


Die Hauptfigur, der Spättlebue, wird in einem Aufsatz von Primus Dorer aus dem Jahr 1875 über die alte Furtwanger Fastnacht im Detail beschrieben: "Er trägt einen gewöhnlichen abgetragenen Anzug mit Hunderten von Spättle, ganz verschieden nach Farben und Größen übernäht, Holzmaske mit Fuchswedel und Halstuch und Pferdeschellen umgehängt". Als "Spättle" bezeichnet man in Furtwangen kleine Stoffreste oder Flicken. Das Spättle-Kostüm gibt es heute in zwei Variationen, aus Filz oder aus Stoff, wobei die Stoffspättle an jenes Häs angelehnt sind, das sich bereits für das frühe 19. Jahrhundert sicher nachweisen läßt. Für das Traditionshäs werden alte Stoffe in gedämpften Farben verwendet. Man schneidet die Spättle von Hand aus und umhäkelt sie mit Perlgarn. Die Holzlarven zeigen derbe Bauerngesichter, sind schwach farblich getönt und lasiert. Die Spättlebuebe tragen weiter einen Schellenriemen mit sieben Glocken und schwingen in der Hand eine Saubloder an einem Peitschenstiel. Traditionell gehört eine weiße Halskrause zum historischen Spättlehansel.

Seit 1996 bereichert das Hansele, ein Weißnarr, das Bild der Furtwanger Fasnet. Die Gestalt ist für das Jahr 1880 erstmals schriftlich bezeugt, war aber im Zuge der Karnevalisierung lange Zeit in Vergessenheit geraten. Zum Hansele gehört ein bemaltes Häs, unter anderem mit Sonnenmotiven. Die Holzmaske besitzt freundlich-schlaue Züge, an ihr hängen fünf Fuchsschwänze herab.

Eine weitere Figur der Furtwanger Fasnet ist die Hexe. Im 19. Jahrhundert war es in der Uhrenstadt Brauch, daß sich die Buben vom Baschetag an, dem Sebastianstag am 20. Januar, als Hexen verkleiden durften. Mitte der 1950er Jahre entstand aus dieser Tradition die Furtwanger Hexe. Zum Häs gehören Strohschuhe, Ringelsocken, Unterhose, spitzenbesetzter weißer Unterrock, roter Überrock, grüne Schürze, eine blauschwarze Bluse und das schwarz-rot-karierte Kopftuch. Die Holzlarve ist rechts und links von Flachszöpfen eingerahmt. Als Hexenattribut wird ein Reisigbesen mitgeführt.

Als Einzlefigur taucht der Bodenwälder in der Furtwanger Fasnet auf, eine Sagengestalt, die in dem Waldstück "Bodenwald" Beeren und Holz suchenden Fauen und Kindern auflauert und sie in die Irre leiten soll. Der seit den 1950er Jahren in die Fasnet aufgenommene Bodenwälder ist über und über mit Baumflechten behängt. Die Holzlarve ist grob geschnitzt und zeigt ein bärtiges Gesicht. Ein alter Filzhut, geschmückt mit Federn und Vogelkopf, dient als Kopfbedeckung. Als weitere Attribute hält der Bodenwälder in der linken Hand einen kleinen Baumstamm mit Wurzeln und in der rechten tote Vögel.

Weitere Figuren der Furtwanger Fasnet sind die Fuhrkigili mit ihren Peitschen. Sie erinnern an die Fuhrmannstradition mit ihren originellen Gestalten. Die Alten Jungfere und die Gilde der Narrenbaumsetzter runden das Bild der großen Zunft ab.

Die Fasnet beginnt in Furtwangen mit dem "Klepfen" der Fuhrkigili an Dreikönig. Einer der Höhepunkte ist der Schmutzige Dunschdig mit Kinder- und Hemdglonkerumzug. An diesem Narrentag ziehen abends tausende Maskierte durch die Innenstadt, darunter unzählige Alte und Lumpe. Man kann eine einmalige bäuerliche Fastnacht alten Stils erleben. Am Fastnachtsmontag bewegt sich der Große Umzug durch die Stadt. In die Bütt steigt die Furtwanger Narren bei der Elfimeß, zu der sich am Fasnachts-Montagmorgen eine große Narrenschar in der Festhalle versammelt. Den Schlußpunkt der Furtwanger Fastnacht setzt die Geldbeutelwäsche am Aschermittwoch.

 

Als "Spättle" bezeichnet man in Furtwangen kleine Stoffreste oder Flicken. Die "Spättle" werden von Hand mit Perlgarn umhäkelt. Die Farben des Traditionshäs sind meist gedeckt.

Diese Spättle werden auf einen gewöhnlichen Anzug, meist eine Art Arbeitsanzug, der Farbe nach aufgenäht. Das Spättlehäs gibt es derzeit in zwei Variationen, aus Filz oder aus Stoff. Die Holzlarven zeigen derbe aber freundlich dreinblickende Bauerngesichter. Die Larve ist farblich schwach getönt und lasiert, oben ist ein Fuchsschwanz angebracht.

Die ehemaligen Pferdeschellen, welche manches sich umgelegt hat, bestehen heute aus einem Schellenriemen mit sieben Glocken. An einem Peitschenstiel schwingt das Spättle eine Saubloder. Traditionell gehören weiße Handschuhe und eine weiße Halskrause zum historischen Spättlehansel.

Als Einzelfigur taucht der Bodenwälder in der Furtwanger Fasnet auf, eine Sagengestalt, die in dem Waldstück „Bodenwald“, Beeren und Holz suchende Frauen und Kindern auflauert um sie dann zu erschrecken und in die Irre zu leiten.

 
Der Bodenwälder ist über und über mit Baumflechten behängt. Die Holzlarve ist grob geschnitzt und zeigt ein bärtiges Gesicht. Ein alter Filzhut, geschmückt mit Federn und einem Vogel dient als Kopfbedeckung.

Als weitere Attribute hält der Bodenwälder einen kleinen Baumstamm mit Wurzeln in der Hand.

 

 

Das Hanseli ist ein sogenannter Weißnarr. Es besteht aus einem weißen Leinenhäs welches mit strahlender Sonne und einer grauen Fratze bemalt ist.

 

Komplett ist das Häs mit schwarzen Handschuhe und schwarzen Stiefeln. Die Holzmaske besitzt freundlich-schlaue Züge und oben an der Larve sind fünf Fuchsschwänze angebracht. Immer bei sich trägt das Haseli seine Geißel.

 

 

 

 

Die Gruppe der alten Jungfern runden das Bild der großen Zunft ab. Die Kleidung der Jungfern ist eine Mischung aus mehreren Bereichen.

 

Zum einen Teil setzt sie sich zusammen aus dem Stil der französischen Mode im 18. Jahrhundert und zum anderen Teil aus alten Festtagsgewändern und Trachten. Es werden schöne Stoffe mit Pelzbesatz verwendet, die bunten Röcke reichen bis auf den Boden, antike Schmuckstücke vereinheitlichen das Gesamtbild.

Die Hüte sind eindrucksvoll mit Federn und Schleifen geschmückt.

Die Gilde der Narrenbaumsetzer ist zuständig für das Herbeischaffen des Narrenbaumes. Von Hand und mit viel Kraft wird der Narrenbaum auf dem Marktplatz aufgestellt. Dies erfordert viel Geschick und Erfahrung von den Narrenbaumsetztern.

Er trägt ein Zimmermannsgilet, schwarze Cordhosen, ein blaues Hemd und einen großen Hut mit einer Feder.

 
Mit ihren Peitschen und den originellen Gestalten erinnern die Fuhrkigili an die Fuhrmannstradition. Das Häs besteht aus einem blau-weißen Fuhrkittel, einer schwarzen Cordhose, Fuhrmannsgamaschen und einer Fuhrmannszipfelmütze. Abgerundet wird das Häs durch eine freundlich lächendelnde Holzlarve sowie einem Fuhrman-ns-schultersack.

Diese Figur leitet am 6. Januar mit dem traditionellen Dreikönigs-klepfen die heimische Fastnacht ein.

 

Zum Häs der Stadthexe gehören:

Strohschuhe · rot-weiße Ringelsocken · Unterhose · Unterrock mit Spitze · roter Überrock · grüne Schürze · schwarze Bluse · schwarze Handschuhe · schwarz-rot karriertes Kopftuch

 

Die Holzlarve ist an beiden Seiten von Flachszöpfen eingerahmt, das geschnitzte Gesicht schaut grimmig aber dennoch gutmütig drein.

Zum Auftritt der Furtwanger Stadthexe gehört ein Reisigbesen auf dem sie reitet und übers Feuer springt.

   
 
 
Fasnettermine der Furtwangener Narrenzunft
 

06. Januar (Dreikönig)

18.00 Uhr

 

Fasneteröffnung / Klepfen der Fuhrkügeli

 
Sa. 2 Wochen vorm
Schm. Donnerstag
 20.00 Uhr
  Hexenball und Fasentsausrufen
Festhalle Furtwangen
       
Sa. 7 Tage danach
  20.00 Uhr
  Zunftball - Festhalle Furtwangen
       
Schmutziger Donnerstag
07.30 Uhr
  Gottesdienst für Narren.
Anschl. Schülerbefreiung
 
14.30 Uhr
  Kinderumzug
 
18.30 Uhr
  Hemdenglunkerumzug mit anschl. Narrentreiben in allen Lokalen
 
Fasnetsamstag
10.00 Uhr
  Heischen in der Innenstadt
 
Fasnetsonntag
10.00 Uhr
  Empfang der Narrenzunft Furtwangen
 
14.30 Uhr
  Großer Umzug durch die Innenstadt
 
18.00 Uhr
  Teeny-Ball
 
Fasnetmontag
09.00 Uhr
  Elfimeß mit Büttenreden
 
20.00 Uhr
  Hanseli-Ball
 
20.00 Uhr
  Närrischer Ball
 
Fasnetdienstag
14.30 Uhr
  Kinderball
 
19.30 Uhr
  Kehraus
 
Aschermittwoch
19.00 Uhr
  Geldbeutelwäsche und Narrenbaumfällen
     
Änderungen vorbehalten
     
 
Kontaktadressen:
 

Narrenzunft Furtwangen e. V.
Postfach 1123
78113 Furtwangen

 


 
Oberzunftmeister
Christof Winker
 
   
Zunftmeister
Thilo Diehr
3.zunftmeister@narrenzunft-furtwangen.de
Zunftmeister
Uwe Schreiber
2.zunftmeister@narrenzunft-furtwangen.de
   
Zunftschreiberin
Nicole Herth
schriftfuehrer@narrenzunft-furtwangen.de

Säckelmeister
Markus Kuner
kassierer@narrenzunft-furtwangen.de
   

Zunftstube Alte Färbe
Ansprechpartner
Christof Winker

 

Homepage der Furtwangener Narrenzunft