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Narrenzunft Haslach
Haslach ist Gründungsmitglied der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte.

Bei einer Anfang der 30er Jahre durchgeführten Bestandsaufnahme der Mitgliedszünfte wurde Haslach in die Reihe der Historischen Zünfte eingeordnet. Die Beurteilung fiel dabei wie folgt aus: "Die Narrenzunft Haslach wurde im Jahre 1842 gegründet. Eine eigentliche Fasnachtsgestalt hat Haslach nicht; wenn die Haslacher trotzdem als historische Fasnachtsträger gelten können, so deshalb, weil urkundlich nachgewiesen werden kann, daß in früheren Jahrhunderten in Haslach zünftig Fasnacht gefeiert worden ist. Fasnachtsbräuche sollen früher das Laufen des Spättlehansel gewesen sein, doch findet sich kein richtiger Anhaltspunkt dafür außer Überlieferungen von Mund zu Mund. Die neu aufgemachte Fasnachtsgestalt, der Ranzengardist, hat mit der Historie der Fasnacht nichts zu tun. Es erfolgt die Einreibung in die Zünfte mit historischer Grundlage."

Wenn also die Einordnung in die Reihe der historischen Zünfte erfolgt war, so hatte das Fehlen traditioneller Fasnachtsgestalten diese Bewertung nicht beeinflussen können, viel mehr war die Tatsache dafür ausschlaggebend, daß Haslach schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch die Aufführung großer, meist historischer Fasnachtsspiele aufgefallen war. So wird bereits für das Jahr 1838 die Aufführung des Stücks "Die Reise des Grafen Magga" erwähnt und mit dem 1842 - in der Zuordnung irrtümlich als Gründungsjahr der Zunft bezeichnet - kommt es zur Aufführung des Stückes "Andreas Hofer". Die tatsächliche Gründung der "Narhalla Haslach" unter dem Kanonenwirt Rudolf Thoma, von Beruf Bierbrauer und Kunstmaler, datiert auf das Jahr 1860. Aus diesem Jahr ist heute noch das Grundpfand- und Narrenbuch der Narhalla Haslach vorhanden. Auf der Vorderseite sind all die Namen derer vermerkt, die damals bei der Gründung mit dabei waren. Im Jahre 1876 führte man das Fasnachtsstück "Die Weibertreue von Weinsberg" auf, aus welchem der Ranzengardist hervor geht. Dieses Stück kam im Jahre 2001 aus Anlaß des 125 jährigen Geburtstags der Ranzengarde erneut zur Aufführung. Von diesem Zeitpunkt, dem Jahr 1876, muß die Ranzengarde die Narrenfigur der Haslacher gewesen sein, denn "Hänsele, die durch alle Gassen sprangen", so die Schilderung von Heinrich Hasjakob (1837-1916) in seinem Buch "Aus meiner Jugendzeit", schienen schon damals längst abgegangen. Zu den Fasnachtsbräuchen zählte zu Hansjakobs Jugendzeit sowohl das "Schnurren" als auch das "Kleppern". Die ebenfalls heute noch übliche Sitte am Fasents-Montag und Dienstag "Elfimessen" abzuhalten, wurde schon um 1870 per Plakate angezeigt.

Mit diesen Bräuchen und der Ranzengarde, sowie den heute wiederbelebten Einzelfiguren Storch und Gullerreiter, Elefant und Riesenköpfiges Ehepaar gingen die Haslacher Narren 1924 mit dem Zunftmeister Franz Engler in die Gründungsversammlung der Vereinigung im November in Villingen. Den Haslacher Narren schien die Bedeutung einer solchen Gemeinschaft durchaus bewußt und ein Jahr zehnt waren sie es, die auf einer Hauptversammlung ein gemeinsames Vorgehen gegen das herrschen de Regime und die von diesem zum Teil ausgegangenen Schikanen gegenüber den Narrenzünften forderten. Anlaß war die Beschlagnahmung der Narrenkassen gewesen, welche eine Welle der Empörung verursacht hatte und später wieder rückgängig gemacht worden war. Aus dem Jahr 1924 stammt auch das älteste noch vorhandene Haslacher Narrenblatt, welches als "Haschlocher Blaueste Nachrichten" erschienen war. Bis zum heutigen Tage sind die Haslacher Narren den Bemühungen ihrer Vorfahren um eine saubere Fasent im Städtle, welches Hansjakob als "Narrenstädtle ersten Ranges" bezeichnete, treu geblieben. Zu den alten Bräuchen wie Schnurren, Elfimessen und Kleppern sind neuere wie die Narrotaufe mit Fasentseröfinung hinzugekommen. Zur Ranzengarde gesellten sich mittlerweile Haselnarro und Schellenhansel, sowie die Närrische Miliz und die "Narrenbolizei". Was schließlich die großen Fasnachtsspiele für die Haslacher im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren, das konnte 1995 bei der Aufführung der .internationalen Völkerschau" und 2001 bei der "Weibertreu von Weinsberg" erneut festgestellt werden: die Haslacher waren eng zusammen gerückt, um gemeinsam Großes zu leisten.

So sind die Haslacher stolz auf ihre Fasent im Städtle und auch stolz darauf, zum Kreis der Gründerzünfte der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte zu gehören.


In den Sechziger Jahren, entwarf ein Maskenausschuß der Narrenzunft den "Haselnarro", der schließlich 1965 seinen ersten Auftritt hatte. Das Motiv entlehnte man dem Haslacher Stadtwappen mit der Haselstaude. Die Holzmaske, die eine Haselnuß symbolisiert, wurde von dem bekannten Eizacher Maskenschnitzer Josef Tränkle entworfen. Sie ist aus Lindenholz geschnitzt. Das verschmitzt lächeln de Gesicht des Haselnarros ist inzwischen in allen Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht bestens bekannt. Aus grünem Filz gefertigte Kelchblätter und der Stiel einer Haselnuß bilden den Kopfschmuck. Die Farben des grün-braun-gelben Blätterhäs entsprechen den Blätterfarben des Haselnußstrauches in den verschiedenen Jahreszeiten. Das braune Beinkleid soll an die Haselgerte erinnern. Als Lärm instrument hat der Haselnarro einen Haselstock mit zwei beweglichen klappernden Haselnüssen in der Hand.
Die Ranzengarde entstand 1876 aus dem Fasentspiel „Die Weibertreu von Weinsberg". Die mit Hellebarden bewaffneten und in Fässer steckenden Gardisten sind eine einzigartige Truppe, auf die Haslach mit Recht stolz sein kann. Sie stecken in Holzfässer, die mit einem Hahn versehen sind, aus dem bei den Umzügen stets ein guter Tropfen ausgeschenkt wird. Als Kopfbedeckung tragen die Ranzengardisten einen spitz zulaufenden Tschako. Eine weiße Halskrause, ein weißer Faßdeckel, weiße Hosen, weiße Manschetten und weiße Handschuhe vervollständigen zusammen mit schwarzen Schaftstiefeln die Uniform. Zur närrischen Aufmachung gehört noch eine schöne lange Holznase.
Der Haslacher Pfarrer und Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob schrieb in seinem Buch "Aus meiner Jugendzeit", Hänsele seien durch die Straßen und Gassen gesprungen. Auf Grund dieses Hinweises entstand 1995 durch einen Entwurf von Josef Krausbeck die Gestalt des "Schellenhansel". Die Maske ist aus Lindenholz geschnitzt, bemalt und glatt lasiert. Als Kopfbedeckung dient dem Schellenhansel ein Spitzhut, der am unteren Rand mit kleinen Spiegeln in Rautenform besetzt ist. Das rote Häs ist mit grünen, blauen und gelben Flecken bedruckt. Ein Gürtel mit kleinen Schellen um die Hüfte und eine Narrenpritsche oder eine Streckschere runden das Ganze ab.

Zu den Fasnachtsbräuchen zählte schon damals zur Jugendzeit Heinrich Hansjakobs sowohl das "Schurren", als auch das "Kleppern" der Haslacher Schuljugend. Dieses Kleppern muß um 1888 so überhand genommen haben, daß es gar durch das Eingreifen des Bezirksamtes zu einem "Kleperleskrieg" gekommen war, wovon noch heute die betreffenden Akten "Das verhalten der Schuljugend betreffend" im Haslacher Stadtarchiv künden. Haslach zählt übrigens zusammen mit den Städten Gengenbach, Waldkirch und Radolfzell zu den Narrenhochburgen in denen das Kleppern als fasnachtlicher Brauch zuhause ist. Der Klepperleskrieg war nicht die einzige Gefahr für diesen Haslacher Brauch, auch im 20. Jahrhundert erlebte er mehrmals ein Auf und Ab, bis schließlich ab 1995 eine Renaissance des Kleppern einsetzte welches ein besonderer Verdienst äußerst engagierter Haslacher Narren ist. Inzwischen wurde auch die Klepperlesgarde wieder aktiviert, welche schon 1925 in der Bad. Heimat Erwähnung findet. Ein Höhepunkt beim Kleppern ist der alljährliche stattfindende Klepperleswettbewerb, bei dem Königin und König, Prinzessin und Prinz ermittelt werden. Die Klepperlesgarde ist zu einem Aushängeschild der Haslacher Narrenzunft und damit der Fasent im Städtchen geworden.

 

1937 wurde erstmals die Närrische Miliz von der Kolpingfamilie ins Leben gerufen, als Verulkung der damaligen Bürgerwehr. Schon damals führte die Närrische Miliz zu Umzügen eine Salutkanone mit sich. Jedoch traten die Mitglieder nur einige Jahre bei der Fasnacht auf, und die Närrische Miliz schlief damit ein.
1976 wurde die Närrische Miliz mit neun Mann neu gegründet. Heute besteht die die Närrische Miliz aus 15 Mitgliedern mit Ihrem Kommandant Siegfried Schöner. Inzwischen dürfen an der immer noch intakten Salutkanone 4 Mann mit Schwarzpulver die Kanone an Umzügen abfeuern.


Fasentfahrplan für 2009
Samstag 24. Jan.  19.45 Uhr Narro-Taufe am Rohrbrunnen, anschl.
20.11 Uhr Fasentseröffnung im Pfarrheim
Samstag 07. Feb.  Narrentreffen in Kisslegg
Sonntag 08. Feb.  Narrentreffen in Kisslegg
Sonntag 15. Feb.  16.30 Uhr Traditionelles Schnurren in verschiedenen Beizen
Donnerstag 19. Februar Schmutziger Donnerstag:
06.00 Uhr Wecken durch die Hemdglonker
08.30 Uhr Kindergartenbesuch
09.15 Uhr Schulstürmung
14.00 Uhr Klepperles-Wettbewerb anschl.
15.00 Uhr Kinderumzug, anschl. Kostümprämierung
Samstag 21. Feb.  09.00 Uhr Närrischer Wochenmarkt
Sonntag 22. Februar Fasentsonntag:
14.00 Uhr Großer Umzug, anschl. Narrentreiben im Städtle
anschl. Zunftball in der Stadthalle
Montag 23. Feb.  11.11 Uhr Elfimeß im „Kraie“ (Raben)
19.00 Uhr Wirtschaftsfasent in verschieden Lokalen
Dienstag 24. Feb.  11.11 Uhr Elfimeß im „Liung Tschang“ (Aiple-Franz)
14.00 Uhr Kinderumzug
15.00 Uhr Kinderball in der Stadthalle
19.00 Uhr Trauerzug durch die Innenstadt, anschl. Gerichtsverhandlung und Fasentsverbrennung vor der Stadthalle
 
   
Kontakt:
   
Zunftmeister:

Jürgen Blank
Mühlenstraße 21
77716 Haslach

Tel: 07832/976857
Fax: 07832/976858
E-Mail
 

Vize-Zunftmeister

Hans-Peter Griesbaum
Ringstr. 11
77716 Haslach
Tel. 07832-8739

Schriftführer u. Webmaster

Klaus Müller
Kampfackerstr. 6
77716 Haslach
Tel. 07832-975362
Fax: 07832-975387
E-Mail

 

Homepage der Haslacher Narrenzunft

 

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