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Althistorische Narrenzunft! Ein Widerspruch? Alt ist doch historisch, und historisch ist alt! So mögen viele denken. Nicht so die "Althistorischen" aus Offenburg, die ob des Namens schon oft "gescholten" und gehänselt worden sind. Doch närrisch ist der Name allemal. Und dazu auch noch geschichtlich fundiert. Denn im Vorwort zur ersten Satzung der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte vom 26. 11. 1926 heißt es "...haben sich die badischen und württembergischen althistorischen Narrenzünfte zusammengetan...". Der Verfasser dieser Satzung war kein geringerer als der damalige Präsident des Offenburger Carnevalvereins, Rechtsanwalt Bruno Leonhard. Und darum heißt der 1896 gegründete "Carnevalsverein" seither "Althistorische Narrenzunft". Natürlich gab es auch schon vor 1896 eine Fasnacht in Offenburg. Zum Beispiel die große Herrenfasnacht Anno 1483, andere Urkunden zeugen von einer Bürgerfasnacht im Jahre 1726, und dicke Protokollbücher von 1844 künden von der "Gründung des Narrenstaates vom Kinzigstrand".

Schon damals gab es ein "Comitee", eine Hanselegruppe und die Ranzengarde. Sie sind die närrischen Ahnen der heutigen Narrenzunft. 1896 schlössen sich dann die Narrenfreunde unserer Stadt, die schon seit Jahren die Organisatoren der "Bohneburger" Fasent waren, im Carnevalsverein zusammen. Sie kamen aus allen Schichten der Bevölkerung und wollten nun im Verein ihre Bemühungen zusammenfassen, um sich selbst und ihren Mitmenschen Fasnachtsfreude zu schenken. Als im Jahre 1924 die Vereinigung der Narrenzünfte gegründet wurde, waren die Offenburger natürlich dabei. In dieser Zeit erschienen die ersten Spättle-Hansele auf den Straßen. Die Ranzengarde wurde wieder gegründet, die erste Fasentdaifi am Lindenplatz wurde gefeiert, und 1935 fand das Große Narrentreffen in Offenburg statt. Der II. Weltkrieg brachte für etwa zehn Jahre eine Unterbrechung im Offenburger Fasentgeschehen. Doch es fehlte dann in den Fünfziger Jahren nicht an närrischen Geistern, die sich an die glorreiche Vergangenheit der Althistorischen Narrenzunft erinnerten. Es wurde mit großen Redouten, Bällen und Umzügen (Großes Narrentreffen 1964) an die Zeiten vor dem Krieg angeknüpft. Drei Veranstaltungen bilden die Höhepunkte der althistorischen Fasnacht in Offenburg: Die Redoute, ein wesentliches Kernstück der Offenburger Fasent, findet am Sonntag vor Fasnacht statt. Bei diesem Narrenspiel wird das weltweite und lokale Geschehen glossiert. Daß dafür großes Interesse besteht, zeigt der Besuch, der jährlich ca. 2000 Menschen zu dieser Nachmittagsveranstaltung in die Oberrheinhalle lockt. Die Fasentdaifi am Schmutzigen Dunnschdig am Narrenbrunnen gibt es schon seit über 50 Jahren. Das Fasentkind, der Name hat immer eine Beziehung zu einem lokalen Ereignis, wird unter dem Beifall vieler Hemdenglunker getauft und dann dem Oberbürgermeister und anderen Persönlichkeiten der Stadt zur Begutachtung vorgeführt. Das Spättle-Hansele ist die zentrale Figur der Althistorischen Narrenzunft. Es trägt eine fröhliche, lachende Maske, die sofort Sympathie auf den Betrachter überträgt. Eine spitz zulaufende Zipfelhaube umschließt das Gesicht. Das Häs (Anzug) besteht aus etwa 1500 Filzspättle in sieben verschiedenen Farben. Mit einer lauten Rätsch und Glöckle am Häs machen die Spättle auf sich aufmerksam. Sie verteilen zentnerweise Gutsele und sind darum vor allem bei den Kindern sehr beliebt. Die Ranzengarde, wohl die älteste Fasentfigur Offenburgs, trägt die Uniform der Bürgerwehr um 1850. Der Ausdruck "Ranzen" hat übrigens nichts mit dem Bauch oder Rucksack zu tun, sondern kommt von "anranzen", was soviel heißt wie necken, anmachen. Mit dem Offenburger Fasentgericht, der Bohnesuppe, sorgen die Gardisten dafür, daß alle Narren gut über die Fasent kommen. Veef und Andres, die Narreneltern, sind ein Biedermeierpaar, das im Zwiegespräch all die kleinen Sünden Offenburger Bürger persifliert und das pünktlich zu jeder Fasent ein "Krampe" zur Welt bringt, der der Offenburger Fasent sein Gepräge gibt. Der Fanfarenzug trägt das Kleid eines Landsknechts aus dem 16. Jahrhundert. Die Farben sind badisch: gelb-rot, auf der Brust prangt der vorderösterreichische Doppeladler als Erinnerung an die Herrschaft der Österreicher in der Ortenau. Einzelfiguren sind der Fahnenschwinger, die Symbolfigur Offenburgs, im prächtigen Lederwams, der Nachtwächter, der alle Narren daran erinnert, daß es endlich "sowitt isch "'und schließlich der Bott, der für Ruhe und Ordnung sorgt, sowie die Gruppe der"Alten" in Kostümen der Jahrhundertwende, als man in Offenburg noch das "Schnaigen" pflegte.
 
 
Das Spättle-Hansele ist die zentrale Figur der Althistorischen Narrenzunft und bildet zahlenmäßig die größte Gruppe. Es trägt eine fröhliche, lachende Maske, die sofort Sympathie auf den Betrachter überträgt. Er muss selbst lachen oder zumindest lächeln, und das ist ja der Sinn der Sache. Eine spitz zulaufende Haube umschließt das Gesicht. Das Häs besteht aus etwa 1500 Filzspättle - von denen die Figur auch Ihren Namen erhalten hat - in sieben verschiedenen Farben. Mit einer lauten Rätsch und Glöckle am Häs machen die Spättle auf sich aufmerksam. Sie sind immer lustig und zu Streichen aufgelegt. Wenn sie durch die Stadt ziehen verteilen sie Gutsele und sind darum vor allem bei Kindern sehr beliebt.
   
Die Ranzengarde, wohl die älteste Fasentfigur Offenburgs, trägt die Uniform der Bürgerwehr um 1850. Mit dem Offenburger Fasentgericht, der in der Gulaschkanone selbst gekochten Bohnesuppe, sorgen die Gardisten dafür, dass alle Narren gut über die Fasent kommen und niemals Hunger leiden müssen. Bei den Fasentumzügen wird eine Kanone mitgeführt, die mit ihrem lauten Knall, bei dem die Umstehenden vor Schreck den Kopf einziehen, schon von weitem den Auftritt der Garde ankündigt.
   
Beim Nachschlagen in alten Fastnachtsprotokollen fällt oft auf, dass bei Umzügen, Redouten und Bällen Fanfarenbläser eingesetzt waren. Im Jahr 1957 begann die Narrenzunft, sich eine eigene "Mannschaft" zuzulegen. Leider hatte Offenburg nicht wie andere, meist kleinere Orte, eine Musikkapelle für die Straßenfasnacht. Zwar half die Stadtkapelle immer wieder aus, doch eine ständige Begleitung war nicht machbar. Die Zunft brauchte bei den Straßenumzügen aber musikalische Begleitung. Einige Sympathisanten aus der Ranzengarde erklärten sich bereit, aus der Not eine Tugend zu machen.  In Ermangelung  besserer  Möglich-
keiten und aus Kostengründen bildeten sie selbst einen Fanfarenzug. Eine neue Landsknechtskleidung, die der Kleidung des geschichtlich nachgewiesenen Offenburger Fahnenschwingers nachempfunden ist, motivierte die Mannschaft zusätzlich. Die Farben sind badisch: gelb-rot; auf der Brust prangt der vorderösterrei-chische Doppeladler als Erinnerung an die Herrschaft der Österreicher in der Ortenau. Heute läuft der Fanfarenzug immer an der Spitze der Zunft um jedem zu zeigen: "Hier kommt die Althistorische Narrenzunft Offenburg."
 
Zur Entstehungsgeschichte der "Alden" hat mehr oder weniger das Erscheinen der "Alt Offenburgerin", genannt Veef beigetragen. Ihr Bild entsprach einer Bürgersfrau aus der Biedermeierzeit. Mit ihrem losen Mundwerk zog sie außerdem über Land und Leute her. Das brachte ihr den Ruf einer bösen "Schnaige" ein. Während aber die Veef nur im Wochenblatt "D'r alt Offeburger" und bei den Redouten ihr Mundwerk wetzte, richteten sich immer mehr wesensgleiche Frauen auf diese Spielart der Fasnacht ein.
Sie gingen in gleicher oder ähnlicher Verkleidung und einer Gesichtsmaske aus Gaze-Stoff zum "Schnaigen". Dabei schlossen sie sich meist zu einer Clique zusammen und zogen durch die Lokale und auf Fasnachtsbälle, um mit ihrer spitzen Zunge bekannte
Personen zum Narren zu halten. Nachdem diese Offenburger Narrenfigur nach und nach zu entschwinden drohte, nahm sich die Althistorische Narrenzunft ab 1968 dieser Gestalt an, indem sie eine eigene, zunftzugehörige Gruppe - die "Alde" bildete. Ihre Mitwirkenden sind ausschließlich Frauen. Viele von Ihnen sind schon lange Jahre aktiv in der Zunft tätig und sind oft als "Mädchen für alles" eine unentbehrliche "Einrichtung" geworden, auch außerhalb der Fasnachtszeit.
 
Was wäre eine echte Zunft ohne ihren Narrenrat. Schwere Entscheidungen, Entscheidungen die schwer sind und andere schwere Dinge lasten auf den Schultern des Narrenrates. Scherzhaft "Schwarzkittel" genannt kommt der Narrenrat wie der Name schon sagt in einer schwarzen Jacke daher, deren Ärmel und Saum mit bunten Filzspättle verziert sind. Eine Krummkappe ziert das stolze Haupt, die natürlich ebenfalls mit bunten Filzspättle verziert ist. Der Narrenrat, unter dem Vorsitz des Zunftmeisters, lenkt die Geschicke der Narrenzunft wobei die Entscheidungen immer unter Beisein der Funktionsträger der einzelnen Gruppen getroffen werden. Hier laufen alle Fäden zusammen, denn niemand sollte denken, dass nicht auch Narretei organisiert sein will.
   

Im Gegensatz zu manchen Nachbildungen ohne geschichtlichen Hintergrund ist in Offenburg das Bild eines Fahnenschwingers aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Die Kleidung entspricht der eines Landsknechtes aus dem 15.-16. Jahrhundert (damals Lanzknecht genannt), und ist in den Stadtfarben rot weiß gehalten. In der Schulterpartie der Jacke und auf das Barett ist ein großes Andreaskreuz als Symbol des städtischen Schutzheiligen "St. Andreas" eingearbeitet.
Ein ähnliches Kostüm trägt heute der Fanfarenzug.
Veef und Andres, die Narreneltern, sind ein Biedermeierpaar, das im lockeren, witzigen Zwiegespräch all die kleinen Sünden von Offenburger Bürgern persifliert und das pünktlich zu jeder Fasent ein "Krampe" (Fasentkind) zur Welt bringt, der der Offenburger Fasent sein Gepräge gibt.
Die beiden treten sowohl an den Kellerabenden wie auch an der Redoute in Erscheinung.

 

Der Bott, in früheren Zeiten der Übermittler amtlicher Nachrichten, bekam in der Narrenzunft eine andere Aufgabe. Seit etwa 1950 obliegt ihm die Verpflichtung, die Saalveranstaltungen zu moderieren, das Publikum zum Mitmachen anzuregen und durch spaßige, originelle eigene Beiträge zu unterhalten.

Bei der Straßen-fasnacht und den Umzügen soll er die Zunft zusammenhalten und von daher selbst ein fleißiger Mitarbeiter sein.


Der Nachtwächter, 1935 eingeführt, geht und radelt am Schmutzigen Donnerstag durch die Straßen der Stadt, um die Leute ab 5 Uhr zur Fasentdaifi zu wecken.


Falls sein lautes Horn zum Lärmen nicht genügen sollte, hilft schon einmal ein lauter Knaller oder der Lärm von Konservendosen. Ansonsten führt er bei Umzügen, genau wie der Bott, die Zunft an.

 
Der Narr, eine der Einzelfiguren der Althistorischen Narrenzunft, leitet sich ab aus der historischen Figur des Prinz Carneval. Der Narr tritt in der Offenburger Fasent ausschließlich bei der Redoute auf und sagt dort den Leuten was er von diesem und jenem hält. Ob Kommunal-, Regional- oder Bundespolitik, keiner soll sich vor den Wahrheiten des Narren drücken.
Auch andere wichtige Ereignisse, ob sie nun in Offenburg oder sonst irgendwo auf der Welt passiert sind, werden von dem in ein buntes Filzspättlegewand gekleideten kommentiert. Denn in der Narretei gedeiht immer auch ein Fünkchen Weisheit und vielleicht spricht der Narr oftmals denen aus der Seele, die nicht laut sagen was sie denken.
 
 
Veranstaltungskalender 2009 der Althistorischen Narrenzunft Offenburg
 
05. Jan 20.00 Uhr Fasenteröffnung im Narrenkeller der Alth.NZ
  Motto der Kellerabende: „Manege frei für Narretei“
  Einlass jeweils um 19.00 Uhr
   
24. Jan 20.00 Uhr 1. Kellerabend im Narrenkeller der Alth.NZ
   
25. Jan 14.30 Uhr Althistorischer Tanztee im Narrenkeller
  Buntes Programm und Tanz
   
30. Jan 20.00 Uhr 2. Kellerabend im Narrenkeller der Alth.NZ
   
31. Jan 20.00 Uhr 3. Kellerabend im Narrenkeller der Alth.NZ
   
07. Feb 10.00 Uhr Offenburger Narrentag
  Rathaussturm und Hissung der Zunftfahne
  Umzug und Narrentreiben in der Innenstadt
  Stimmung und Bewirtung im Narrenkeller
   
13. Feb 20.09 Uhr Ultimative Kultparty im Narrenkeller, „Oldies but Goldies“
   
14. Feb 18.00 Uhr Jugenddisco, „JUDANZO“, im Narrenkeller, für Jugendliche von 12 – 16 Jahren
   
15. Feb 18.00 Uhr Große Redoute
  3 Stunden närrisches Programm für Jung und Alt, in der Reithalle unter Mitwirkung der Stadtkapelle Offenburg
 
18. Feb 9.30 Uhr Schülerbefreiung und erklären des Fasnachtsbrauchtums in den Grundschulen (Anne-Frank und Georg-Monsch Schule)
   
19. Feb 6.00 Uhr Fasent – Daifi,
Hemdglunkerumzug zum Narrenbrunnen
  Bohnesupp essen und Stimmung am Narrenbrunnen
   
20. Feb 20.00 Uhr 4. Kellerabend im Narrenkeller der Alth.NZ
   
21. Feb 11.00 Uhr Besuch E-center, Industriegebiet West
  Fasnachtsprogramm und Narrentreiben
 
21. Feb 19.00 Uhr Kappe – Obend
  Stimmung, Tanz und Bewirtung im Narrenkeller , mit DJ Mitch aus dem OM
 
22. Feb 11.00 Uhr Narrengottesdienst in der Hl. Kreuz Kirche
  Hierzu sind alle Häs- und Nichthästräger eingeladen
   
23. Feb 14.30 Uhr Kinderfasent
  (ab 6 Jahre, ohne Erwachsene) im Narrenkeller der Alth.NZ
   
23. Feb 20.00 Uhr Zunftball der Althistorischen – „die Pop-Schlager-Party“
  mit Hitradio Ohr und der Liveband „Top Musik“, in der Reithalle
   
24. Feb 15.00 Uhr Fasentbeerdigung
  Geldbeutelwäsche und Einholung der Zunftfahne am Fischmarkt
   
24. Feb 19.00 Uhr Schlußrambo mit Programm im Narrenkeller der Alth. NZ
   
Kartenvorverkauf Redoute: Bürger Büro, Am Fischmarkt in Offenburg
Kartenvorverkauf für alle weiteren Veranstaltungen:
Creativ Haar, Christoph Hartwig Wilhelm-Bauer-Str. 2 (Stadtbuckel) Offenburg
       
     
 
Zunftmeister:

Klaus Hansert
Weidenstr. 28
77656 Offenburg
Tel 0781 53915
E-Mail

Stellvertreter:

Uwe Gajek
Anton-Fendrich-Str. 4
77654 Offenburg
Tel 0781 - 4 21 94
Fax 0781 - 7 64 29
E-Mail

Homepage der Althistorischen Narrenzunft Offenburg