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Triberger
Narrenzunft
Die Geschichte der Fasnet im Schwarzwald ist auch die Geschichte
der Fasnet in Triberg. Denn bereits aus dem Jahre 1525 finden sich
Nachweise, dass in Triberg "Narrenkleider" angefertigt
wurden. Im
16. |
Jahrhundert
belegen die Abgabe von "Fastnachtshühnern" und
eine bessere Verpflegung im Spital, dass Fastnacht eine Zäsur
im Triberger Wirtschaftsjahr darstellte.Verordnungen der aufgeklärten
vorderösterreichischen bzw. badischen Regierungen zielen Ende
des 18. Jahrhunderts bzw. des 19. Jahrhunderts darauf ab, das Narrenlaufen, "diesen
Unfug" zu verbieten. Ende des 19. Jahrhunderts hält der Karneval
im gesamten südwestdeutschen Raum Einzug; in Triberg wird 1868
die Narrengesellschaft "Stabhalterei
Freiamt", 1881 der Verein der "Ungemütlichen" und
1900 die "Narrengemeinde Oberstadt" gegründet. Berühmt
waren die winterlichen Rodelkorsos zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Anstelle eines Narrenumzugs mit Wagen ging der Festzug auf Rodelschlitten
die Stadt hinunter.1928 wird schließlich die "Narrenzunft
Triberg" gegründet, die heimisches Fasnachtsbrauchtum wieder
aufleben lassen will und 1960 Mitglied der "Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer
Narrenzünfte" (VSAN) wird .Nach kriegsbedingter Unterbrechung
der Fastnacht wurden bald nach dem Krieg die alten Bräuche wieder
aufgenommen, die Saal- und Straßenfasnacht wieder gepflegt.Nachdem
die schwäbisch-alemannische Fastnacht lange Zeit als heidnisches
Vorfrühlingsfest zur Austreibung des Winters angesehen wurde,
gilt heute als belegt, daß die Ursprünge von Fastnacht,
Fasching und Karneval in einem christlichen Schauspiel zu suchen sind,
in dem die gottgefällige zur verkehrten Welt wird, geprägt
von der Herrschaft des Teufels und den sieben Todsünden. |
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Aus
dem Bild der Triberger Straßenfastnacht sind die Teufel spätestens
seit Einführung des nächtlichen Teufelsumzugs zum "Schmutzige
Dunschdig" 1981 nicht mehr wegzudenken. Die
Gestalt des Teufels galt seit den Ursprüngen der Fastnacht als
Verursacher dieser "Teufelei", wie es im Triberger Narrenspruch
auch heute noch zum Ausdruck kommt: "Im Namen des Herrn Entechrist,
der Narretag vorhandè ist, schöne Tag, liebè Tag,
aller Narre Ehretag!" Die
stark geprägte Maske des Teufels wurde bereits Ende des 19.
Jahrhunderts entwickelt. Der Holzbildhauer Friedrich Pfahrer (1868-1926)
ließ sich
1893 in Triberg nieder und schnitzte noch im selben Jahr die Larve
eines Teufels: Ein
kupferrotes grinsendes Gesichtm die Hörner, Stirnhaare und Kinnbart
sind schwarz. In dem Mund, dessen Winkel nach oben gebogen sind,
sieht man zwei tadellose Zahnreihen blitzen. Es wird berichtet, allerdings
nicht sicher belegt, daß Schnitzmeister Pfahrer dieses Teufelsgesicht
nach einer älteren Maske geschnitzt hätte. Vom
Schneidermeister Karl Erhardt wurde dann das passende rote Gewand
dazugeschneidert. Schwarze |
Zickzack-Galonen
sind auf Jacke und Hose als Zierat gesetzt. Hinzu kommen eine schwarze
Halskrause und zwei schwere Lederriemen mit Bronzeschellen. Dunkl
Handschuhe und ein an der Maskenhaube baumelnder Fuchsschwanz vervollständigen
das Teufelskleid, das sich in dieser Form durchs ganze letzte Jahrhundert
erhielt. Als Narrengerät hält der Teufel eine Klopfpeitsche
in der Hand. Die
Einzelfigur des Teufels bekam dann ab 1952 "Junge". Der Villinger
Schemenkünstler Manfred Merz fertigte damals über 100 Masken
für die Triberger Narrenzunft. Heute
gehen am "Schmutzigè Dunschdig" nach Einbruch der
Dunkelheit im Schein eines Fackelmeeres mit Klopfpeitschen und klingenden
Schellen über 400 Teufel durch Tribergs Straßen. |
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Eine
weitere wichtige Narrenfigur der Triberger Fasnacht ist das Spättlehansele.
Die Hanselemaske tritt erstmals auf einem Schwarz-Weiß-Film
in Erscheinung, der anlässlich der ersten Fasnet nach Gründung
der Narrenzunft Triberg im Jahre 1929 gedreht wurde. Das Blätzlehäs
(Blätzle = kleine Stoffflecken, hier in Schindelform und
Spättle genannt) mit seinen vielfarbigen Stoffresten ist
in seiner Stoffausführung nicht festgelegt. Etwa 1500 Spättle
- und dabei maximal 10 Stück pro Stoffsorte) werden bei einem
großen Spättlehansele mit Perlwollgarn im Knopflochstich
umnäht und dann auf einem Anzug befestigt. Um
den Hals trägt diese Hanselfigur eine weiße Halskrause,
ein Glockengurt mit |
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Schellen
hängt ihm um die Schultern. Als Narrengerät trugen die Spättlehansele
ursprünglich eine "Suu Bloodoro" (Schweineblase) oder
einen Narrensäbel, heute sind sie nur noch mit einer Streckschere
zu sehen. Die
Maske zeigt in echter närrischer Manier eine weinende und eine
lachende Gesichtshälfte. Auch diese Masken wurden mit der Schnitzkunst
des Villinger Bildhauer Manfred Merz zur Vollendung gebracht. Auf
der Haube sitzt ein Fuchsschwanz. Im "Schauspiel
der verkehrten Welt" - der Fastnacht - steht das Spättlehansele
für den sündenbefleckten Menschen. Der Lakai bzw. Lumpenhund
wird daher in Triberg mit dem Narrenspruch begrüßt:
"Hansele,
du Lumpehund, hesch nit g'wisst, wenn d' Fasnet kunnt, hätt-isch
's Mul mit Wasser griebe, wär dir 's Geld im Beutel biebe,
Hansele, du Lump!" |
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"Roter
Fuchs, di Hoor brennt a,
Schitt e Tropfli Wasser dra,
Stegli nuff, Kämmerli ni,
Möcht mi Lebtig kei rote Fuchs nit si."
Dieser überlieferte
Narrenruf bezieht sich auf den Rotè Fuchs, eine Einzelfigur
der Triberger Fasnacht, die bereits im 19. Jahrhundert vorhanden war. 1928
wurde sie wiederbelebt.
Ursprünglich
trug der "Rotè Fuchs" eine Glattlarve (in der Ausführung, die
heute zum Spättlehansele gehört) , und erst 1952 schnitzte Manfred
Merz die heute bekannte Fuchsscheme. 1958 wurde das einfache rote Gewand mit
den Zackenlitzen, der schwarzen Rüsche und dem Narrensäbel durch
das heutige Fuchshäs abgelöst. Diese
Holzmaske mit den angeschnitzten Ohren zeigt einen graubraun getönten
Fuchskopf. Maskenhaube, Kittel und Hose sind aus rotem Stoff, der mit echten
Fuchsfellen
so besetzt
ist, daß wieder der rote Untergrund
sichtbar wird. Schwarze Schuhe und weiße Handschuhe geben einen farblichen
Kontrast, und wie beim Teufel gehört auch eine Klopfpeitsche zur Ausstattung. Der
Rotè Fuchs gehört zu den ältesten erhaltenen Narrenfiguren der schwäbisch-alemannischen
Fasnet. |
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Die
ältesten der Triberger Fasnetsmasken waren alle schon um
1870 bekannt. So auch die besondere Einzelfigur des Federeschnabel.
Das Federnkleid des Federeschnabels ist eine sehr alte Art der
Verkleidung. So sind in den spätmittelalterlichen Schembartbüchern
die Fastnachts-umzüge der Nürnberger Bürger und
Patrizier dargestellt, und auch dort sind Figuren in Federkleidung
zu erkennen. Das
Häs des Federeschnabels besteht aus einem Anzug, der über
und Über mit präparierten Federn besetzt ist. Die Federn,
die auch exotischer Herkunft sein dürfen, sind so gebündelt,
wie es früher bei Staubwedeln üblich war. In den Farben
Rot, Blau und Gelb sind sie bunt gemischt auf dem Häs befestigt.
Eine
aus Zinkblech angefertigte Maske ist noch aus der Zeit um 188ß
erhalten. Die bemalte und lasierte Maske stellt einen Vogelkopf
mit Raubvogelschnabel dar. Die Larve des heutigen Federeschnabels
ist zwar jener alten nachempfunden, besteht jedoch aus Holz. In
der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert war diese Maske den
Schülern der ältesten Volksschulklasse vorbehalten.
1928 erhielt der ursprünglich mit Hühnerfedern versehene
Federeschnabel seine neue, heutige Befiederung, damals angefertigt
aus den bunten Federn eines Triberger Singvogel-Spieldosen-Herstellers.
Der
Federeschnabel gehört mit zu den ältesten Figuren der
schwäbisch-alemannischen Fasnet. |
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| Fasnettermine
der Triberger Narrenzunft |
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