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Freie Narrenzunft Wolfach
Viele hundert Wolfacher beteiligen sich in der Zeit vom Tage nach Dreikönig bis Aschermittwoch an den zahlreichen Veranstaltungen der Freien Narrenzunft die einen einzigartigen und eigenwilligen Status pflegt, denn sie ist in kein Vereinsregister eingetragen, kennt keine Mitgliederlisten und keine Mitgliedsbeiträge oder andere „vereinsüblichen." Formalitäten. Dennoch oder gerade deshalb bewältigt sie einen der umfangreichsten Narrenfahrpläne. Den deutlichsten Schwerpunkt setzt dabei die Straßenfasnet, die an 6 Tagen 12 Umzüge
aufweist. Beim Fasnetausrufen treten die Hansel auf und begleiten den Grafen Konrad mit seinen Landsknechten im Fackelschein. Bei drei Elfemessen werden lokale Begebenheiten glossierend dargestellt. Die Kaffeetanten haben ebenfalls drei Umzüge. Der höchste Feiertag ist in Wolfach der Schellenmendig. Er beginnt frühmorgens mit dem Wohlauf, bei dem Hunderte von Kopf bis Fuß weiß bekleidete Narren mit ihren Radauinstrumenten und Stalllaternen den Wohlaufsänger um die Stadt führen. An jenen Stellen, wo früher der Nachtwächter sein
Lied sang hält der Zug an, der Lärm verstummt und in die Stille der verdunkelten Straßen hinein singt der Wohlaufsänger den Narrotag an. Dem großen Festumzug am Nachmittag folgt meist ein Festspiel, eine Tradition, die bis in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts belegt ist. Das älteste und am häufigsten aufgeführte Stück ist die „Altweibermühle". Am Dienstag haben die Kinder ihren großen Umzug, an dessen Ende sie Wurst und Brezel erwarten. Abends schlängelt sich zwei Stunden lang der historische Nasenzug der Männer durch die hintersten Winkel und Gassen der Stadt. Eingeschlichene weibliche Wesen erhalten ihren Denkzettel im eiskalten Wasser des Stadtbrunnens. Am Aschermittwoch endet der Reigen mit dem Zug der jammernden Gestalten der Geldbeutelwäschergilde zum Stadtbrunnen, wo sie ihre über die Fasnet leergewordenen Geldbeutel waschen und ihre Liederlichkeit bereuend einander schluchzend um den Hals fallen. Als Symbol der Wolfacher Fasnet zu betrachten ist der blau-gelbe Schellenhansel, der auch am häufigsten anzutreffen ist. Mit ihm hopsen und tanzen in buntem Wirbel die roten und schwarzen Rösslehansel, die ganz in Weiß gehaltenen Mehlwurmhansel und die mit Tausenden halber Nussschalen bedeckten Nussschalenhansel. Auch die „alden Rungunkeln" treiben ihre teilweise halsbrecherischen Possen an den Häuserfassaden . Darüber hinaus tragen viele weitere Gruppen und einzelne Personen zum Gelingen der Wolfacher Fasnet bei. Sie alle bilden zusammen das große Wolfacher Narrenvolk - die Zunft -, an deren Spitze der Narrenvater mit dem Kleinen Narrenrat steht.



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Seit 1938 hegte Josef Krausbeck den Wunsch, die Nußschalenhansel wieder zu "beleben ". In jenem Jahr erzählte ihm die Wolfacherin Adelheid Moser ( Tante von Heinrich Moser - Buchbinder ) von den Erinnerungen ihrer Mutter, daß zuletzt 1850 der letzte Nußschalenhansel ("in grünem Stoff, Holzlarve und überall mit Nußschalen hälften benäht"), und zwar der Kronenwirtsohn Hans "Jean" Neef durch Wolfachs Gassen sprang. Im Advent 1959 wandte sich der damalige Narrenrat mit folgendem Aufruf an die örtliche Presse: " ... helfen Sie uns mit, den Nußschalenhansel wieder auferstehen zu lassen. Zerschlagen Sie die Nüsse nicht, öffnen Sie die Schalen mit einem Messer, daß beide Hälften erhalten bleiben! Liefern Sie die Schalen bis 20.12.1959 der Narrenzunft, dem Narrenschreiber Josef Krausbeck oder dem Narrenrechner Günter Endres "zum Grünen Baum" ab. Für die Menge von einem Pfund erhalten Sie eine Losnummer. Mit dieser haben Sie die Aussicht auf Gewinnung eines Nußschalenhansels einschließlich seiner Holzlarve ...!" Die Masken wurden nach einem Modell ( um 1790 ) in Breisach von einem Kriegskameraden von J. Krausbeck geschnitzt. Und so konnten an der Fasnet 1960, 3 Erwachsene- und 1 Kinder- Nußschalenhansel - ausstaffiert mit Strohschuhen und einer Saubloder - bewundert werden. Die Streckschere vervollständigte erst ab 1963 das heutige Bild. Übrigens: Den angepriesenen Nußschalenhansel gewann der Wolfacher Leonhard "Schlotzer" Heizmann und stellte den Hansel inzwischen dem Wolfacher Heimatmuseum zur Verfügung. [wieder zum Bild]
 
Der Schellenhansel in den Stadtfarben Gelb und Blau mit einem Bild des Wohlauf-Sängers auf der Brust trägt eine nach vom gebogene, innen ausgesteifte Narrenkappe, die fast an eine phrygische Mütze erinnert, während der Röslelhansel mit seinem rosettenbesetzten Leinenhäs und dem spitz zulaufenden Hut eher dem Typus des Bajazzo nahesteht. [wieder zum Bild]
 
Die Stirnbemalung der Wolfacher Röslehansel-Larve mit einem Blütenmotiv und Blattornamenten ist in der gesamten schwäbisch-alemannischen Fasnet Singular. Daß es sich dabei um keinen Einfall eines Faßmalers des 20. Jahrhunderts handelt, belegt eine historische Holzmaske im Wolfacher Museum, die in die Zeit um 1760 datiert wird und ebenfalls schon diese Besonderheit aufweist.
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Der weißgewandete Mehlwurmhansel hat als Kopfbedeckung die eselsohrige Gugel der Standardnarrentracht und macht mit seiner gelblich-weißen Larve den Eindruck, als sei sein Gesicht mit Mehl bestäubt. [wieder zum Bild]
 
Die "Alden Rungunkeln" entstammen dem ältesten bekannten Wolfacher Festspiel "Die Altweibermühle". Dort fleht der alte Weber den Müller an: "So nimm denn die Rungunkel mein, in die kunstreiche Mühl' hinein". Sie sind daher nicht der magischen Hexengattung angehörig, sondern vielmehr einfache alte Weiber, die vom Müller durch die Fasnetsmühle gedreht werden, um durch die Fasnet wieder "hübsch und jung" zu werden, wie sie es auch am Umzug verkürzt vorführen. Ausschließlich Männer verbergen sich unter der Maske der „Alden Rungunkel“, die ihre teilweise halsbrecherischen Possen auch an den Häuserfassaden treiben. [wieder zum Bild]
 
Das jüngste Kind in der Maskenschar ist der Spättlehansel. Nach einem im Museum erhaltenen Vorbild wurde sein Häs gestaltet mit Hunderten von Stoffspättle wie sie auch in anderen Orten der schwäbisch-alemannischen Fasnet vorkommen. Einzigartig ist jedoch seine Maske. Während Fasnetsmasken ganz überwiegend aus Holz geschnitzt werden, besteht seine Maske aus Blech und hat einen beweglichen Unterkiefer. Es gibt in der gesamten Fasnetslandschaft keine Häsgruppe mit dieser einmaligen Besonderheit. [wieder zum Bild]
 
Fasnettermine der Wolfacher Narrenzunft
   
Vorfasnet Ein bis zwei öffentliche Narrenversammlungen und zwei Jungnarrenversammlungen. Die Termine hierfür sind nicht fest. Sie richten sich nach den Bedingungen des jährlichen Kalenders.
 
Dienstag vor dem Schnurrsonntag Zunftabend mit mehrstündigem närrischem Bühnenprogramm (ab 21003 am Freitag vor dem Schnurrsonntag)
 
Sonntag vor Fasnetssonntag Schnurrsonntag, ab etwas 13 Uhr großes Schnurren in den Lokalen der Stadt
 
Mittwoch vor dem Schmutzigen Dunnstig - 18.00 Uhr Närrischer Besuch im Seniorenheim
- 19.00 Uhr Fasnetsausrufen um die Stadt
   mit vielen Maskenträgern (Umzug)
 
Schmutziger Dunnstig - 09.30 Uhr Schülerbefreiung
- 10.30 Uhr Elfemeß Nr. 1 (Umzug)
- 14.00 Uhr Närrischer Kaffee Nr. 1 (Umzug)
Fasnets-Samstig - 14.00 Uhr Närrischer Kaffee Nr. 2 (Umzug)
- 20.00 Uhr Zunftball gemeinsam in mehreren Lokalen
Fasnets- Sonntag - Teilnahme an einem Umzug in der Nachbarschaft
Schellen-Mentig - 05.30 Uhr Wohlauf, das histor. Narrenwecken (Umzug)
- 10.30 Uhr Elfemeß Nr. 2 (Umzug)
- 14.00 Uhr Festzug (Umzug)
- anschließend Aufführung des Festspieles
  (jährlich wechselnd)
Fasnets-Ziestig - 10.30 Uhr Elfemeß Nr. 3 (Umzug)
- 13.30 Uhr Närrischer Kaffee Nr. 3 (Umzug)
- 14.00 Uhr Kinderumzug mit Ausgabe von Wurst und Brezel (Umzug)
- 15.00 Uhr Kinderball
- 17.00 Uhr Nasenzug (Umzug)
Aschermittwoch - 13.00 Uhr Geldbeutelwäsche
Änderungen vorbehalten
Narrenvater:
Hubert "Vitus" Kessler
Schmittehofstraße 16



Tel: 07834-867662
E-mail

Vizenarrenvater:
Wilfried Schuler
Weihermatte 4
77709 Wolfach


Tel: 07834/9053
E-Mail

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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