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Narrenzunft
Zell am Harmersbach
Das Bild der Zeller Fasnacht bestimmen vier Narro-
Gestalten, die im schwäbisch-alemannischen Mummenschanz einmalig sind: Der
Bändelenarro, Schneckehüslinarro, Spielkartennarro und Welschkornnarro. Dabei
ergibt sich zwar, daß von den Vieren nur das "Bändele" auf
lange Zeller Tradition schauen kann, während Schneckenhüsli- und Spielkartennarro
erst in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen in Zell heimisch wurden. Aber
das Erfreuliche und Großartige an diesem Vorgang ist, daß die Neuschöpfungen
nicht etwas Fremdes darstellen, sondern dem alemannischen Brauchtum entstammen
und somit in ihrer stilgerechten Anpassung beim gemeinsamen Auftreten Harmonie
und Schönheit verkörpern. Rein zahlenmäßig steht an erster
Stelle das "Bändele", das der Zeller Fasend das besondere traditionsgebundene
Gesicht verleiht. Auf Hose, Kittel und Hut sind farbige Papierstreifen aufgenäht,
die mittels Messer- oder Scherenrücken nach dem Nähen gerollt werden.
Diese Bändele werden nicht bunt durcheinander angebracht, sondern "in
bestimmten farblichen Kombinationen". Die nötige Papiermenge - je
Person bis 8 kg- besorgt heutzutage die Narrenzunft, die sie von einer Papierfabrik
bezieht, nach Farben geordnet schneidet, faltet und an die "Interessenten" zum
Selbstkostenpreis abgibt. Ein "Bändele" anzufertigen erfordert
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Zeit
und Geduld. "Wer sich sputet, kann von abends acht bis morgens
acht die Bändele aufgenäht haben", sagen die Zeller.
Das Gesicht des "Bändele" wird durch die Maske
verdeckt, die als hinteren Teil ein schwarzes Tuch und als vorderen
Teil
ein grinsendes, bartloses Männergesicht zeigt. Die Maske
der Zeller Narren darf nur in Verbindung mit den vier traditionellen
Narrengewändern getragen werden. Das aufwendige Kleid des
Schneckenhüslinarro mit über 2000 Schneckenhäusle
und die Schwierigkeit beim Tragen des Gewandes, auch das beträchtliche
Gewicht - ungefähr 40 kg -, sind schuld daran, daß es
nicht mehr Träger dieser Narrengestalt gibt. Die Häusle
werden auf Hose, Kittel und einen Dreispitz-Filzhut aufgenäht.
Der Spielkartennarro braucht zu seinem Gewand 1800 Karten, die
ungefähr 3 kg wiegen und auf Hose und Kittel dachziegelartig
aufgenäht sind. Auch der breitrandige Hut ist ganz mit Spielkarten
besetzt. Die Maske ist die gleiche wie beim "Bändele" und
die Streckschere wie beim "Schneckenhüslinarro".
An der Fasend 1982 gab es in Zell 32 Spielkartennarros. Beim
Welschkornnarro werden auf Hose und Kittel die Kolbenhüllenblätter
vom Mais (Welschkorn) genäht, ebenso auf seinen breitkrempigen
Hut. Maske und Farrenschwanz mit "Saublooder" sind gleich
wie beim "Bändele." |
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Als
vor den Toren von Zell eine Papiermühle entstand, kamen findige
Narren auf die Idee, aus den Papierabfällen Streifen zu schneiden
und auf einen dunklen Anzug und einen Strohhut aufzunähen.
Nachdem seit den zwanziger Jahren die Papiermühle auch
farbiges Papier herstellte, benähten die Zeller Hose, Kittel
und Hut mit in Schleifen gelegten bunten Papierbändeln. Die
ursprüngliche Tuchmaske wurde 1929 durch eine von Glück
u. Irion hergestellte Holzmaske, die ein lachendes braungetöntes
Gesicht mit breitem Mund und weißer, regelmäßiger
Zahnreihe zeigt, ersetzt. Zur weiteren Ausstattung des Bändele-Narros gehört außerdem in in der Hand getragener Farrenschwanz
mit einer aufgeblasenen "Saubloder". |
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Die
wohl auffallendste Erscheinung in der Zeller Fasend ist die Figur
des Schneckehiisli-Narro. Der eigentliche Ursprung
dieser bis Ende der dreißiger Jahre nur als Einzelfigur
bekannten Gestalt ist leider nicht mehr feststellbar.
Seinen Namen hat dieser Narro von 2000 bis 2500 Häusern
der Weinbergschnecke, die auf einen dunklen Anzug aufgenäht
sind. Ebenso garniert ist der dazu getragene Dreispitz aus schwarzem
Filz. Wie beim Bändele-Narro ersetzt auch
hier eine Holzmaske die frühere Tuchmaske. Sie zeigt ein erstauntes, schelmisch
lächelndes Männergesicht mit apfelartigen roten Backen und herausgestreckter
Zunge. Ein wichtiges Requisit ist die in der Hand getragene Streckschere. Früher
trat der Schneckehiisli-narro nur mit Unterbrechungen in Erscheinung. Seit
1933 ist er jedoch bei fast jedem |
Umzug
dabei. Daß die Anzahl der Träger dieses Narrengewandes
verhältnismäßig klein
ist mag darin begründet sein, daß die Anfertigung des Narrenhäs
sehr langwierig ist, evtl. auch deshalb weil der Träger sich nicht setzen
kann, da sonst die einen bestimmten Körperteil bedeckenden Schneckehiisli
zerdrückt würden. |
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Als
weitere Variante des Bändele- bzw. Schilf-Narro hat sich der in der
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erstmals in Erscheinung getretene
Spielkarten-Narro erhalten. Das ebenfalls dunkle und zweiteilige Gewand ist wie
der Hut mit echten übereinandergenähten Spielkarten versehen. In
der Hand wird als Schreckmittel eine Streckschere getragen. |
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Ebenfalls
in Anlehnung an den Schilf-Narro entstand um 1850 der Welschkorn-Narro mit
einem Gewand aus übereinandergenähten Maiskolbenblättern.
Nachdem er Viele Jahrzehnte in Vergessenheit geraten war, ist er
seit 1953 wieder bekannt. Zur Ausstattung gehört ein Farrenschwanz
mit »Saubloder«. Beide Figuren tragen dieselbe Maske
wie der Bändele-Narro. Einige Beispiele aus dem fiir alle
vier Zeller Narrotypen geltenden Brauchtum: Am Fasend-Sonntag,
zwei Stunden nach Mittag, Erweckung der Narro am Narrengrab, anschließend
Umzug zur Wallfahrtskapelle und zum Abschluß Fasend in kleinen
Gruppen durch alle Gassen und Lokale. Fasend-Dienstag um Mitternacht,
Beerdigung der Narro am Narrengrab (erstmals erwähnt 1752). |
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| Fasentstermine
2006 der Zeller Narrenzunft |
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| Dreikönig |
11.00
Uhr |
Fasenderöffnung im Narrenkeller |
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Schmutziger
Donnerstag |
14.30
Uhr
20.00 Uhr |
Fasendausrufen
das Narrensamens
1. Zunftabend der Narrenzunft |
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| Schmalziger
Freitag |
20.00
Uhr |
2.
Zunftabend der Narrenzunft |
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| Fasend-Samstag |
20.00
Uhr |
Schnurren
in verschiedenen Lokalen mit anschliessender Preispolonaise |
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| Fasend-Sonntag |
14.00
Uhr |
Narroerweckung
am Narrengrab
anschl. Kinder- und Erwachsenenumzug |
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| Fasend-Montag |
20.00
Uhr |
Preismaskenball
in verschiedenen Lokalen mit anschliessender Preispolonaise |
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| Fasnets-Dienstag |
14.00
Uhr |
Wiederholung
des Kinder- und Erwachsenenumzuges
Anschliessend Kinderball
Um Mitternacht Trauerumzug mit Fasendbeerdigung |
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Änderungen
vorbehalten |
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Zunftmeister
Clemens
Halter
Gröbern 5
77736 Zell a. H.
Tel. 07835 5218
Fax 07835 631205
E-Mail
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Vizezunftmeister
Stefan Polap
Am Ottersgraben 6
77736 Zell a. H.
Tel. 07835 547323
E-Mail
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